Autorinnen und Autoren

Für 2020 hat die Literaturkommission wieder herausragende Schriftstellerinnen und Schriftsteller engagieren können. Obwohl es Tage der deutschsprachigen Literatur sind, muten sie dieses Jahr sehr international an. Neben der Herkunft Schweiz, Deutschland und Österreich haben die Schreibenden auch Wurzeln in Serbien, Polen, Kroatien, Irak, Trinidad und in der Sowjetunion. Die Themenpalette reicht von Lyrik bis Prosa, von Flügelnüssen über Paarbeziehungen bis zur Flüchtlingsproblematik.

 

Die teilnehmenden Autorinnen und Autoren 2020:

Carolin Callies

geboren 1980 in Mannheim, liess sich zur Verlagsbuchhändlerin beim Suhrkamp Verlag ausbilden und studierte danach Germanistik und Medienwissenschaft in Mannheim. Anschliessend Programmassistenz im Literaturhaus Frankfurt und Verantwortliche für Lesungen beim Verlag Schöffling & Co. Seit Oktober 2016 arbeitet sie selbständig als Lyrikerin, Lyrik-Übersetzerin und Literaturvermittlerin. Callies lebt in Ladenburg bei Heidelberg. Mit «fünf sinne & nur ein besteckkasten» legte sie 2015 ihr Debüt vor, für das sie mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. 2020 ist sie nominiert für den Clemens-Brentano-Preis. «fünf sinne & nur ein besteckkasten» (2015), «schatullen & bredouillen» (2019), Veröffentlichungen in Zeitschriften (u.a. «Neue Rundschau») und Anthologien («Jahrbuch der Lyrik»)

Anne-Marie Kenessey

geboren 1973 in Zürich, studierte Betriebswirtschaft in Zürich, danach Berufstätigkeit in der Privatwirtschaft. Ab 2008 Redakteurin der Schweizer Literaturzeitschrift «orte», seit 2016 freie Mitarbeiterin. Sie lebt und arbeitet als Lyrikerin und Lyrik-Übersetzerin aus dem Ungarischen in Zürich. 2012 Auszeichnung des Kantons Zürich für ihren ersten Gedichtband sowie Lyrikpreis München. 2015 Stipendium der Pro Helvetia (Autoren-Residenz Bangalore, Indien), 2016/17 Übersetzer-Residenz-Stipendium am Ungarischen Übersetzerhaus in Balatonfüred, 2018 Stipendium der Stiftung Landis & Gyr. «Im Fossil versteckt sich das Seepferd vor dir» (2012), «flügelnüsse und Schädelklopfer» (2020)

Melinda Nadj Abonji

geboren 1968 in Bečej, Serbien, wuchs bei ihrer Grossmutter auf, bevor sie 1972 ihren Eltern in die Schweiz folgte. Sie studierte in Zürich Germanistik und Geschichte. Nadj Abonji, die auch Musikerin ist, wurde zunächst als Textperformerin mit Wort-Musik-Programmen bekannt. Seit 1998 Zusammenarbeit mit dem Raplyriker Jurczok 1001, seit 2009 Zusammenarbeit mit dem Multiinstrumentalisten Balts Nill. Sie lebt als freischaffende Autorin, Performerin und Leiterin einer Schreibwerkstatt in Zürich. 2004 debütierte sie mit dem Roman «Im Schaufenster im Frühling». Ihr zweiter Roman «Tauben fliegen auf» (2010) wurde sowohl mit dem Deutschen wie auch mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. «Im Schaufenster im Frühling» (2004), «Tauben fliegen auf» (2010), «Schildkrötensoldat» (2017)

Robert Prosser

geboren 1983 in Alpbach/Tirol, studierte Komparatistik und Kultur- und Sozialanthropologie, Aufenthalte in Asien, in der arabischen Welt und in England. Er tritt mit Performances auf, ist Mitbegründer von Babelsprech zur internationalen Förderung junger Poesie und seit 2020 künstlerischer Leiter des Literaturfests Salzburg. Prosser lebt in Alpbach und Wien. Er schreibt Gedichte und Romane, für die er mehrere Preise und Stipendien erhielt, u.a. 2012 das Wiener Autorenstipendium, 2014 das Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin und ist 2020 Writer-in-Residence der One World Foundation in Sri Lanka.  U.a. «Geister und Tattoos» (2013), «Lyrik von Jetzt 3» (2015, Mitherausgeber), «Phantome» (2017, nominiert für den Deutschen Buchpreis), «Gemma Habibi» (2019)

Natascha Wodin

geboren 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern, wuchs erst in deutschen DP-Lagern, dann, nach dem frühen Tod der Mutter, in einem katholischen Mädchenheim auf. Sie arbeitete als Dolmetscherin und Übersetzerin russischer Literatur. Seit 1980 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin und Mecklenburg. Ihr Werk wurde u.a. mit dem Hermann-Hesse-Literaturpreis (1984), dem Brüder-Grimm-Preis (1989 und 2009) und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis (1998) ausgezeichnet, für «Sie kam aus Mariupol» erhielt sie 2017 den Preis der Leipziger Buchmesse sowie den August-von-Platen-Preis. U.a. «Die gläserne Stadt» (1983), «Die Ehe» (1997), «Nachtgeschwister» (2009), «Sie kam aus Mariupol» (2017), «Irgendwo in diesem Dunkel» (2018)

Martin R. Dean

geboren 1955 in Menziken/Aargau studierte Germanistik, Ethnologie und Philosophie in Basel, ab 1999 Arbeit als Gymnasiallehrer, von 2009 bis 2016 Lehrauftrag am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel, Schreibkurse in Creative Writing. Seit 2015 Jurymitglied der Literaturförderungs-Kommission des Kantons Zürich. Er lebt und arbeitet als Schriftsteller und Essayist in Basel. 1988 Stipendiat am Istituto Svizzero di Roma, 1992/93 Stadtbeobachter von Zug, 1997 Poet in Residence an der Gesamthochschule Essen. U.a. «Die verborgenen Gärten» (1982), «Der Guayanaknoten» (1994), «Meine Väter» (2003), «Verbeugung vor Spiegeln» (2015, auf der Shortlist des Schweizer Buchhandels), «Album mit Lücke. Essais agités» (2018), «Warum wir zusammen sind» (2019)

Julia von Lucadou

geboren 1982 in Heidelberg, studierte Film und Theater in Mainz und Wellington, Neuseeland, und ist promovierte Filmwissenschaftlerin. Sie arbeitete als Regieassistentin, Redakteurin beim Fernsehen und als Simulationspatientin. Von 2014 bis 2017 studierte sie am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Sie lebt in Köln. Ihr Debütroman «Die Hochhausspringerin» war für den Schweizer Buchpreis 2018 nominiert, ebenfalls 2018 wurde sie zur ersten Bonner Stadtschreiberin berufen. «Die Hochhauspringerin» (2018)

Foto: Maurice Haas

Matthias Nawrat

geboren 1979 in Opole, Polen, emigrierte 1989 mit seinen Eltern nach Bamberg. Er studierte Biologie in Heidelberg und Freiburg im Breisgau, danach literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Er arbeitete als freier Wissenschaftsjournalist. Seit 2012 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. Nawrat wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Literaturpreis des Kantons Bern (2012), dem Kelag-Preis (2012, Ingeborg-Bachmann-Preis) und dem Bremer Literaturpreis (2016). «Wir zwei allein» (2012), «Unternehmer» (2014, nominiert für den Deutschen Buchpreis), «Die vielen Tode unseres Opas Jurek» (2015), «Der traurige Gast» (2019, nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse)

Usama Al Shahmani

geboren 1971 in Bagdad, Irak, hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert, er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 als Flüchtling in die Schweiz kam. Er arbeitet heute als Dolmetscher und Kulturvermittelter und übersetzt ins Arabische, u.a. «Fräulein Stark» von Thomas Hürlimann. Al Shahmani lebt in Frauenfeld. Sein erster Roman «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» wurde mehrfach ausgezeichnet.  «Die Fremde – ein seltsamer Lehrmeister. Eine Begegnung zwischen Bagdad, Frauenfeld und Berlin» (2016, zusammen mit Bernadette Conrad), «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» (2018), «Im Fallen lernt die Feder fliegen» (2020)

Ivna Žic

geboren 1986 in Zagreb, Kroatien, geboren, aufgewachsen in Zürich, studierte Angewandte Theaterwissenschaft, Schauspielregie und Szenisches Schreiben in Giessen, Hamburg und Graz. Seit 2011 arbeitet sie als freie Autorin, Dozentin und Regisseurin, u.a. am Berliner Maxim Gorki Theater, am Schauspielhaus Wien und am Zürcher Theater am Neumarkt. Sie lebt in Zürich und Wien. Žic erhielt für ihre Theater-Texte eine Vielzahl von Stipendien und Preisen. Für ihren Debütroman «Die Nachkommende» wurde sie 2019 sowohl für den Österreichischen Buchpreis als auch für den Schweizer Buchpreis nominiert. U.a. «Abkommen» (2009, Theaterstück), «Die Nachkommende» (2019)